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Beitragserhöhung bei privaten Krankenversicherungen 2016

Nachdem die Kunden von privaten Krankenversicherungen in den letzten vier Jahren vergleichsweise glimpflich und ohne große Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge davon gekommen sind, werden sie im Jahr 2016 kräftig zur Kasse gebeten.

Die Gründe für die steigenden Beiträge der privaten Krankenversicherung

So unterschiedlich wie die Tarife der einzelnen Versicherer, sind auch die Gründe, die die privaten Krankenkassenbeiträge in die Höhe schnellen lassen:

– Zum Einen sind da die gestiegenen Gesundheitskosten für moderne und teurere Geräte, neue und schonende Verfahren bei den Operationen, neuartige Untersuchungsmethoden und auch neu zugelassene Medikamente. Das alles sind Gründe für die steigenden Krankenkassenbeiträge. Im Bereich stationärer Leistungen war in den vergangenen zehn Jahren eine Kostensteigerung von 41 Prozent notwendig, bei den zahnärztlichen Behandlungen waren es sogar eine Kostensteigerung 79 Prozent.

– Zum Anderen: Auch die Verteuerung der Leistungen im Gesundheitswesen lassen die Krankenkassenbeiträge in die Höhe schnellen. Dies sind zum Beispiel steigende Preise bei Medikamenten oder  Personalkosten durch höhere Lohnabschlüsse.

– Hinzu kommen sinkende Zinsen, die die Versicherer für die Altersrückstellungen erwirtschaften. Sinkt der Rechnungszins für die Beitragskalkulationen, müssen im Gegenzug auch die Kosten für bestehende alte und neue Verträge angehoben werden.

Beitragserhöhung Alterspyramide – Quelle: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

– Auch die steigende Lebenserwartung durch den medizinischen Fortschritt ist mitverantwortlich für die Steigerung der Krankenkassenbeiträge. Im Jahr 1995 lag die Lebenserwartung eines deutschen Mannes statistisch gesehen bei etwa 79,7 Jahren; 2014 waren es schon 85 Jahre. Dieser Zeitraum muss bei der Altersrückstellung mit bedacht werden und fließt bereits jetzt in die Berechnung der Krankenkassenbeiträge mit ein.

– Dank des medizinischen Fortschritts können heute  Krankheiten, die noch vor wenigen Jahren als unheilbar galten, erfolgreich behandelt oder zumindest gelindert werden. Neuartige Techniken und Geräte ermöglichen gezieltere Behandlungen und erfolgs-versprechende Operationen auch für ältere Versicherte.

  • Ungesunde Ernährung, Stress und Bewegungsmangel führen zu einer stetigen Zunahme der sogenannten Volkskrankheiten. Auch ein Anstieg bei Rückenerkrankungen, Depressionen und Burn-out, Diabetes mellitus sowie Herz und Kreislauf Erkrankungen nehmen zu. Schwerwiegende Folgeerkrankungen sind nicht selten. Dadurch kommt es zu unvorhersehbaren erhöhten Gesundheitskosten sowie steigenden Krankenkassenbeiträgen für alle Versicherten. Die Unternehmen der privaten Krankenkassen können die Krankenkassenbeiträge jedoch nicht eigenmächtig in einer beliebigen Höhe festsetzen, denn gemäß § 12 b VAG muss ein unabhängiger Treuhänder die Anpassung der Krankenkassenbeiträge kontrollieren und ihr zustimmen.

Dazu muss der Treuhänder vorab prüfen, ob die Berechnung für die Prämien mit den entsprechenden Rechtsvorschriften in Einklang steht. Die Versicherer müssen zu diesem Zweck alle dafür erforderlichen Berechnungen sowie statistische und kalkulatorische Nachweise zur Prüfung vorgelegen. Der unabhängige Treuhänder erteilt die Zustimmung zur Erhöhung der Krankenkassenbeiträge nur, wenn bestimmte Voraussetzungen dafür erfüllt sind.


Wie kann der Versicherungsnehmer bei steigenden Krankenkassenbeiträgen trotzdem sparen?

Von einer Erhöhung der Krankenkassenbeiträge sind besonders ältere Menschen betroffen, denn ihr Tarif ist durch die fehlende Ansparzeit im Alter in der Regel höher.

– Eine Möglichkeit, die jeder private Versicherte im Falle einer angekündigten Erhöhung der Krankenkassenbeiträge hat, ist der Tarifwechsel zum Beispiel durch das sogenannte Umstufungsrecht. Denn wer seine Leistungen bei der privaten Krankenkasse verringert oder einen höheren Selbstbehalt vereinbart, kann kräftig sparen. So kann beispielsweise auf bestimmte Wahlleistungen im Krankenhaus verzichtet werden.

Da die meisten PKV-Unternehmen ihre Kunden nicht verlieren wollen, bieten sie oftmals auch alternative Tarife an, durch welche die monatlichen Beiträge reduziert werden können. In diesem Falle ist jedoch eine persönliche und ausreichende Beratung zwingend von nöten.

– Einzelne Versicherungsunternehmer haben spezielle Programme zur Entlastung der privaten Krankenkassenbeiträge entwickelt: Wenn Versicherungsnehmer beispielsweise schon in jungen Jahren mit ihrer privaten Krankenkasse einen höheren Beitrag vereinbaren, kann dieser mit guten Zinsen angelegt werden. Wer einen speziellen Vorsorgeplan mit seiner PKV-Gesellschaft vereinbart, kann mit einer von den privaten Krankenkassen garantierten Beitragssenkung im Rentenalter rechnen. Programme wie diese werden als Bestandteil der privaten Kranken-Vollversicherung sogar durch den Arbeitgeber bezuschusst.

– Eine weitere Möglichkeit der Leistungskürzung und einer damit verbundenen Senkung der monatlichen Beiträge ist der Verzicht auf den Chefarzt im Falle eines Krankenhausaufenthaltes. Je nach bestehendem Vertrag ist eine Beitragsersparnis von bis zu 100 Euro möglich. Jeder private Versicherungsteilnehmer sollte sich genau überlegen – denn die spätere Wiederaufnahme der Leistung in den Vertrag kann teuer werden.

Beitragserhöhung PKV in Prozent – Quelle: feelix

– Der Wechsel zu einem Basis- oder Standardtarif: Der Gesetzgeber hat auch an die spezielle Situation der älteren Versicherten gedacht und daher zwei Grundtarife eingeführt. Die Leistungen beim Wechsel in den Basistarif sind dabei vergleichbar mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und die jeweiligen Krankenkassenbeiträge auf einen vorher festgelegten Höchstwert begrenzt.

– Der Wechsel zu einer anderen privaten Krankenkasse ist die letzte Möglichkeit, um die steigenden privaten Krankenkassenbeiträge abzufangen. Hier sollten jedoch besonders ältere Versicherungsnehmer bedenken, dass der neue Versicherer eine Gesundheitsprüfung durchführen lässt, die im schlechtesten Fall dazu führen kann, dass der gewünschte Versicherungsschutz nicht vergeben wird.Es gilt daher auch sich im Vorfeld ausreichend zu informieren und die Leistungen der verschiedenen privaten Versicherungen zu vergleichen. Bestens dafür geeignet sind unabhängige Expertenratgeber wie der Vertragscheck zur PKV, der alle Verträge (und somit auch die Verträge der privaten Krankenkassen) auf Herz und Nieren prüft und die ideale Krankenkasse heraussucht.


Welche privaten Krankenkassen erhöhen im Jahr 2016 ihre Krankenkassenbeiträge?

Bei der Beitragserhöhung der privaten Krankenkassen 2016 kommt es zu einer Neuerung: Die Anpassung erfolgt getrennt für die alten Bisex- und die neueren Unisex-Tarife. Dabei sind die sogenannten Unisex-Beträge weniger von der Erhöhung der Krankenkassenbeiträge betroffen und können in Einzelfällen sogar sinken. Die meisten Privatversicherten sind jedoch in den alten Bisex-Tarifen und müssen teilweise mit heftigen Erhöhungen der privaten Krankenkassenbeiträge von bis zu 50 Prozent rechnen. Wenn die Erhöhung bei den Bestandskunden nicht so hoch ausfällt; steigen im Umkehrschluss die Beiträge für Neukunden rasant an. Generell werden Beitragserhöhungen jedoch von fast allen privaten Kassen vorgenommen.

Wie hoch die einzelnen Beiträge steigen, hängt von den Versicherungsanbietern selbst ab, aber auch vom Alter der Versicherer und den von ihnen gewünschten Leistungen. Pauschal kann man jedoch sagen, dass die stärksten Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge die Kunden der genossenschaftlichen R+V hinnehmen mussten. Die privaten Krankenkassenbeiträge stiegen um 16,4 Prozent an. Weit über dem restlichen Durchschnitt von 4,1 Prozent erhöhten auch die Hallische Versicherung mit 9,8 Prozent und die DKV mit 9,3 Prozent die Krankenkassenbeiträge.

PKV erklärt: Berechnung der Beiträge in der Privaten Krankenversicherung – Quelle: Youtube
Aber es gibt auch Erfreuliches zu berichten: Vier Versicherungsunternehmen belassen die Krankenkassenbeiträge auf dem Vorjahresniveau. Dies sind die Allianz, der Deutsche Ring, die Signal und die Pax Familienfürsorge. Bevor Sie jetzt jedoch Ihre Versicherung kündigen und zu einem dieser vier Anbieter wechseln, bedenken Sie bitte: Die diesjährigen Erhöhungen sind nur eine Momentaufnahme und beim nächsten Mal kann die Sache schon wieder ganz anders aussehen. Daher ist es sinnvoll, sich mindestens die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre anzusehen, wenn man über einen Wechsel der privaten Krankenkasse nachdenkt.

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