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Datenschutz und Datensicherheit bei Krankenkassen

von | Apr 11, 2016 | Krankenversicherung, Ronny Knorr | 0 Kommentare

Auf der 91. Konferenz der unabhängigen Datenschutzbehörde in Schwerin haben Vertreter von Bund und Ländern die Hersteller von Fitnessarmbändern, Smartwatches und Mobilanwendungen aufgerufen sich mehr für die Persönlichkeitsrechte der Nutzer einzusetzen. Laut der Datenschutzbehörde würden zahlreiche Wearables und Gesundheitsapp aufgezeichnete Daten an Dritte weitergeben ohne dass die Nutzer jemals Kenntnis davon erlangen oder die Entscheidung darüber treffen könnten. Datenschutz und Datensicherheit wurden eindeutig hierbei vernachlässigt.

Datenschutz und Datensicherheit bei Wearables und Gesundheitsapps

Eine Anzahl von Diensten wiesen demnach erhebliche Sicherheitsdefizite auf, in denen Unbefugte auf sensible Daten zugreifen könnten. Unter gewissen Bedingungen gäbe es Fälle, dass manche Hersteller aufgrund massiver gesellschaftlicher, sozialer oder ökonomischer Zwänge sich genötigt fühlten, derartige Technik zu nutzen. Die Datenschutzbehörde rufen angesichts der Entwicklungen, Hersteller von Fitnessarmbändern, Smartwatches und Gesundheitsapps auf, datenschutzfreundlichere Technik und Voreinstellungen nach dem Prinzipien der Privacy by Design and Default einzusetzen.

Privacy by Design and Default beinhaltet speziell, dass personenbezogene Informationen möglichst vermieden und wenn, möglichst sparsam gesammelt werden sollen. Im besten Falle sollten die gesammelten Daten anonymisiert werden. Des Weiteren sollten Security Massnahmen seitens des Anbieters getroffen werden, um die Cloud vor „Data theft“ zu schützen. Außerdem fordern Datenschützer, dass der Transfer von Gesundheits- und Verhaltensdaten an Dritte einer gesetzlichen Grundlage oder einer wirksamen und informierten Einwilligung bedürfe. Sollte das Sammeln der Daten nicht medizinischen Zwecke dienen, so sollten Betroffene die Möglichkeit besitzen diese Dienste technisch zu unterbinden. Zusätzlich zu einer gesetzlichen Verankerung für eine erhöhte Transparenz, fordern Datenschützer vom Gesetzgeber, ob und inwieweit für den Nutzer materielle Vorteile bei der Nutzung von Wearables davon abhängig gemacht werden dürfen, wenn sie in die Preisgabe von Gesundheitsdaten einwilligen.

Datensicherheit bei personenbezogenen Informationen gegeben

Der Beschluss der Datenschutzbehörde überrascht nicht. Erst im letzten Jahr bestätigte Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, dass gerade die deutschen Krankenkassen auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen dazu prädestiniert wären sensible Daten zu sammeln und dem Versicherten zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus ist Jens Baas der Meinung, dass man durch die gesammelten Gesundheitsdaten das Leben der Mitglieder gesünder gestalten könnte, wenn man dem Arzt des Versicherten die Daten zur Verfügung stellt. Des Weiteren erwähnt Jens Baas auch nochmal explizit, dass das Sammeln der Daten nicht dem Zweck diene um die Versicherten unter Druck zu stellen, in dem man ihnen sagt: „Hör mal, Dein Krankenkassenbeitrag, der steigt jetzt, wenn Du nicht joggen gehst“.

Autor

Ronny KnorrFinanzexperte

Ronny Knorr unterstützt Sie bei Änderungen, Schadensmeldungen oder sonstigen Fragen zu Ihren hinterlegten Finanzverträgen in der feelix Finanz App. Fachlich ist Herr Knorr spezialisiert auf die Themen Berufsunfähigkeitsversicherung und Private Krankenversicherung.

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