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HÖHE DER ERWERBSMINDERUNGSRENTE – WIE HOCH IST DER STAATLICHE ZUSCHUSS


Sei es aufgrund eines Unfalls, einer psychischen oder physischen Erkrankung: Es kann immer vorkommen, dass man aufgrund einer Krankheit seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann. Damit man trotzdem seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, springt in diesem Fall die staatliche Erwerbsminderungsrente ein. Unter welchen Voraussetzungen man diese erhält, wie die Höhe der Erwerbsminderungsrente im Einzelfall ausfällt und weitere wichtige Fragen werden im folgenden Ratgeber ausführlich erklärt.

WAS IST EINE ERWERBSMINDERUNGSRENTE?


Bei der Erwerbsminderungsrente handelt es sich um eine Rentenzahlung, die an Personen monatlich gezahlt wird, wenn eine verminderte Erwerbsfähigkeit vorliegt. Diese liegt vor, wenn derjenige aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung nur noch eingeschränkt arbeitsfähig ist. Bei diesen Erkrankungen kann es sich zum Beispiel um psychische Probleme, Rückenleiden oder Krebs handeln. Gezahlt wird die Erwerbsminderungsrente, wenn der Betroffene bestimmte Voraussetzungen erfüllt. So unter anderem, ob er voll oder teilweise erwerbsgemindert ist. Durchschnittlich beträgt die Rente 30 bis 34 Prozent vom Bruttoeinkommen. Nach der ersten Beantragung wird die Rente in der Regel erst für bis zu 3 Jahre bewilligt. Nach diesen 3 Jahren muss sie erneut beantragt werden.


WELCHE ARTEN VON ERWERBSMINDERUNGEN GIBT ES?


Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer teilweisen und einer vollen EU-Rente. Um welche Art von Rente es sich handelt, entscheidet der Grad der Erwerbsfähigkeit und der Arbeitsstunden, die der Betroffene in der Lage ist täglich zu arbeiten.

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Volle Erwerbsminderungsrente:

Diese Rente erhält man wenn man nur noch weniger als 3 Stunden am Tag einer Beschäftigung nachgehen kann. Dabei muss es sich nicht um die Beschäftigung handeln, in der man zuvor tätig war. Geregelt wird dies gesetzlich über das sogenannte Verweisungsrecht, so dass der Rententräger nur dann zahlen muss, wenn der Versicherte auch nicht mehr in der Lage dazu ist in einem vergleichbaren Beruf zu arbeiten. Dies gilt natürlich auch für die nachfolgend beschriebene teilweise Erwerbsminderungsrente.

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Teilweise Erwerbsminderungsrente:

Diese Rente wird ausgezahlt, wenn derjenige täglich zwischen 3 und 6 Stunden in der Lage ist zu arbeiten. In diesem Fall wird nur die Hälfte der Rente ausgezahlt.


WELCHE VORAUSSETZUNGEN MÜSSEN ERFÜLLT SEIN?


Betroffene müssen mindestens für 5 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Hier spricht man von der sogenannten Wartezeit. Des Weiteren hat man nur einen Anspruch, wenn in diesen 5 Jahren mindestens 3 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt worden sind.

Es gibt aber auch Ausnahmen bei denen die Wartezeit nicht eingehalten werden muss. Von diesen Ausnahmen spricht man wenn der Betroffene zum Beispiel aufgrund von einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls nicht mehr in der Lage ist seiner bisherigen Tätigkeit nachzugehen.

Aber Vorsicht: Wer aufgrund einer beruflichen Auszeit keine Beiträge einzahlt oder weil er selbstständig tätig ist, kann seinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente sogar vollständig verlieren. Allerdings sollten auch folgende Regelungen beachtet werden:

So werden Kunden gegen Berufsunfähigkeit versichert – Quelle: GDV

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Wer im Jahre 1961 oder danach geboren wurde, hat nur dann einen Anspruch auf eine EU-Rente wenn er in keinem Beruf mehr als drei Stunden am Tag arbeiten kann.

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Wer vor 1961 geboren wurde, hat einen Anspruch auf eine EU-Rente, wenn er oder sie in seinem gelernten oder in einem gleichwertigen Beruf nicht mehr arbeiten kann.

Sonderregelungen bei der Wartezeit Liegen bestimmte Voraussetzungen vor, können zu dieser Wartezeit auch Phasen hinzugerechnet werden in denen der Betroffene nachfolgend aufgeführte Leistungen bezogen hat und zwar in Form von:

– Arbeitslosengeld I
– Arbeitslosengeld II und zwar zwischen Januar 2005 und Dezember 2010
– Krankengeld
– Übergangsgeld
– Zeiten aus Rentensplitting
– Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege und freiwilligen Beitragszeiten
– Zeiten der Kindererziehung


WIE HOCH IST DIE ERWERBSMINDERUNGSRENTE


Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Darunter das Renten-Eintrittsalter, die geleisteten Beitragszahlungen, das bisherige Gehalt und ob es sich um eine teilweise oder volle Erwerbsminderungsrentehandelt. Generell kann man sagen, dass sich die volle Erwerbsminderungsrente auf die Hälfte vom bisherigen Nettogehalt beläuft und die halbe Form auf 1/4 vom Nettogehalt.

Laut der Deutschen Rentenversicherung betrug die Höhe der Erwerbsminderungsrente bei voller Erwerbsminderung im Jahre 2014 durchschnittlich um die 719 Euro monatlich. Bei der Höhe der Erwerbsminderungsrente gibt es dank des von der Bundesregierung beschlossenen Rentenpakets, welches zum 1. Juli 2014 in Kraft getreten ist einige Verbesserungen bezüglich der Zurechnungszeit. Die Zurechnungszeit ist so unter anderem von 60 auf 62 Jahre angestiegen. Diese neue Zurechnungszeit hat wiederum zur Folge, dass Versicherte eine höhere Rente erhalten, als wenn sie bis zu ihrem 62. Lebensjahr gearbeitet hätten und nicht mehr nur bis zum 60. Es wurden aber nicht nur Änderungen bei der Zurechnungszeit vorgenommen sondern auch beim Durchschnittsverdienst, der als Grundlage für die Höhe der Erwerbsminderungsrente dient.

Schutz vor Berufsunfähigkeit (GDV) – Quelle: Youtube

Nun wird auch geprüft ob es in den 4 Jahren vor Eintritt in die Erwerbsminderung Einbußen beim Gehalt aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen gab. Sollte dies der Fall sein, wird das reduzierte Einkommen durch eine Rentenberechnung hinaus gerechnet, wenn das für den Versicherten von Vorteil ist. Dies bedeutet, dass sich Einkommenseinbußen in den letzten Jahren vorm Eintritt in die Erwerbsminderung nicht mehr nachteilig auf die Höhe der Erwerbsminderungsrente auswirken, da sie bei der Bewertung der Zurechnungszeit keine Berücksichtigung mehr finden.

Dabei kann es sich zum Beispiel um den Wegfall von Überstunden oder den Wechsel in die Teilzeitbeschäftigung handeln. Von dieser Änderung bei der Zurechnungszeit sind bereits bestehende Rentner aber nicht betroffen.

Durchschnittliche Höhe der Erwerbsminderungsrente bei voller Erwerbsunfähigkeit

– 2000 – 706 Euro
– 2005 – 627 Euro
– 2010 – 600 Euro
– 2014 – 719 Euro

Höhe der Erwerbsminderungsrente: Beispiele an Muster-Versicherten

Mann, 53 Jahre alt, 1 Kind, nicht verheiratet
– Höhe der Erwerbsminderungsrente bei einem Brutto/Netto-Lohn von 2.500/1.670 Euro: 417,50/835,00EUR (teilweise/volle)

Mann, 28 Jahre alt, kein Kind, nicht verheiratet
– Höhe der Erwerbsminderungsrente bei einem Brutto/Netto-Lohn von 1.600/1.156 Euro: 289/578 Euro (teilweise/volle)

Frau, 53 Jahre alt, 2 Kinder, verheiratet
– Höhe der Erwerbsminderungsrente bei einem Brutto/Netto-Lohn von 1.300/991 Euro: 247,75/494,50 Euro (teilweise/volle)


WIE KANN MAN DIE HÖHE DER ERWERBSMINDERUNGSRENTE BERECHNEN?


Im Internet gibt es inzwischen ein großes Angebot an sogenannten Erwerbsminderungsrenten-Rechnern mit deren Hilfe die Höhe der Erwerbsminderungsrente ermittelt werden kann. Dabei handelt es sich aber nicht um genaue Werte, sondern lediglich um Schätzwerte. So kann man sich zumindest einen ersten Eindruck über die mögliche Höhe der Erwerbsminderungsrente machen.


WO KANN MAN EINEN ANTRAG AUF ERWERBSMINDERUNGSRENTE STELLEN?


Der Antrag wird bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt. Allerdings sollte beachtet werden, dass hier der Grundsatz gilt: Reha vor Rente. So wird seitens des Rententrägers zunächst geprüft, ob die Arbeitsfähigkeit durch eine geeignete Reha-Maßnahme, sei es medizinisch oder beruflich, wieder hergestellt werden kann.

Außerdem sollte beachtet werden, dass über 40 Prozent der Anträge abgelehnt werden, da nach Meinung des Rententrägers der Antragsteller noch in der Lage ist zu arbeiten oder weil der Antrag generell unbegründet ist. Der Antrag kann ausschließlich über ein spezielles Antragsformular gestellt werden. Ein formloser Antrag ist zwar grundsätzlich möglich, führt aber leider dazu, dass sich die Prüfung vom Leistungsanspruch unnötig in die Länge zieht. Daher ist diese Variante nicht zu empfehlen. Zusätzlich dazu werden meistens noch Nachweise so zum Beispiel über Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Ausbildungsnachweise eingefordert.

In der Regel besitzt der Rententräger aber alle notwendigen Versicherungsunterlagen. Sind der Antrag und alle notwendigen Unterlagen erfolgreich eingereicht worden, werden die medizinischen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente geprüft. Diese Prüfung erfolgt über die eingereichten ärztlichen Berichte. Der Rententräger ist aber auch dazu berechtigt, weitere Gutachten von Ärzten anzufordern oder zu stellen. Über diese Berichte und Gutachten kann das sogenannte Restleistungsvermögen auf dem Arbeitsmarkt vom Versicherten festgestellt werden.

Ursachen für Berufsunfähigkeit – Quelle: GDV


WAS TUN WENN DER ANTRAG ABGELEHNT WIRD?


Sollten keine medizinischen oder versicherungsrechtlichen Gründe vorliegen kann ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente natürlich auch abgelehnt werden. Nach Erhalt des Ablehnungsbescheides hat der Antragsteller aber noch 4 Wochen Zeit um einen Widerspruch einzulegen.

In diesem Widerspruch muss begründet werden, warum ihm die Erwerbsminderungsrentetrotzdem zusteht. Kommt es zu einer erneuten Ablehnung besteht noch die Möglichkeit eine Klage vorm Sozialgericht einzureichen.


WIE HOCH IST DIE HINZUVERDIENSTGRENZE BEIN EINER ERWERBSMINDERUNGSRENTE


In der Regel dürfen Bezieher von Erwerbsminderungsrente unabhängig von der Höhe der Erwerbsminderungsrente einer geringfügigen Beschäftigung mit einem Gehalt von bis zu 450 Euro nachgehen, ohne dass es Abzüge gibt. Die Hinzuverdienstgrenze liegt somit bei 450 Euro. An zwei Monaten im Jahr darf das monatliche Einkommen sogar bei 900 Euro liegen, wenn es sich dabei zum Beispiel um Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld handelt. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass ein Hinzuverdienst die Höhe der Erwerbsminderungsrente verringern kann. Die Abzüge richten sich nach der Rentenart und der Höhe des Verdienstes.

Hinzuverdienstgrenze: Mögliche Kürzungsbeträge
– Teilweise EU-Rente: 50 bis sogar 100 Prozent
– Volle EU-Rente: gestaffelt je nach Verdienst in 25, 50, 75 bis hin zu 100 Prozent

Wer einer Tätigkeit trotz seiner Erwerbsminderungsrente nachgehen möchte, sollte sich daher unbedingt im Vorfeld über die jeweilige Hinzuverdienstgrenze informieren. Weitere Informationen zu diesem Bereich sind in der Regel auch im Rentenbescheid aufgeführt.


WELCHE VERSICHERUNGEN MACHEN ZUSÄTZLICH ZUR ERWERBSMINDERUNGSRENTE SINN


Wie aus den vorangegangen Beispielen und Erläuterungen ersichtlich, ist die Höhe der Erwerbsminderungsrente doch recht gering, wodurch meistens eine sogenannte Versorgungslücke entsteht. Diese Lücke beschreibt die Differenz zwischen dem Arbeitseinkommen und der Höhe der Erwerbsminderungsrente, die bei einer Erwerbsunfähigkeit gezahlt wird. So hat man natürlich deutlich weniger Geld zur Verfügung als wenn man noch voll arbeiten würde, auch wenn die Regelungen bezüglich der Zurechnungszeit positiv verändert wurden. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten in Form von Zusatzversicherungen, um seine monatlichen Einnahmen zu steigern.

Dabei kann es sich um folgende Versicherungen und Optionen handeln:
– Erwerbsfähigkeitsversicherung
– Antrag auf Grundsicherung
– Betriebsversicherung
– private Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Je früher man sich um eine zusätzliche private Absicherung kümmert, desto besser.


KANN MAN DIE ERWERBSMINDERUNGSRENTE STEUERLICH ABSETZEN


Die Erwerbsminderungsrente kann man auch steuerlich absetzen, zumindest einen Teil der Rentenzahlungen. Die Zahlungen, die monatlich in die Rentenversicherung eingezahlt werden, bezeichnet man als Vorsorgeaufwendung. Ein kleiner Anteil dieser eingezahlten Beiträge kann steuerlich abgesetzt werden.

Als Beispiel: Von Rentenzahlungen in Höhe von 30.00 Euro können um die 4.500 Euro steuerlich abgesetzt werden.

Was sich bei der Erwerbsminderungsrente 2017 ändert – Quelle: Youtube | SWR


WELCHE FRISTEN GIBT ES?


Die Erwerbsminderungsrente ist eine Zeitrente, die maximal bis zur Regelaltersgrenze bzw. bis zum Eintritt in die klassische Altersrente gezahlt wird. Des Weiteren besteht die Möglichkeit einer unbefristeten Erwerbsminderungsrente, die dann gewährt wird, wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich der Gesundheitszustand bessern wird.

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Extra-Hinweis:

Berufsanfänger sollten unbedingt wissen, dass sie in den ersten 5 Jahren ihres Berufslebens kaum abgesichert sind. Eine Erwerbsminderungsrente wird nämlich erst nach diesem Zeitraum gewährt. Kommt es zu einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit gilt diese Regelung aber nicht, dann wird die Erwerbsminderungsrente gezahlt. Wer in der Selbstständigkeit arbeitet, muss sich freiwillig Pflichtversichern, sonst sind die Voraussetzungen für den Erhalt der Erwerbsminderungsrente nicht erfüllt.

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