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Wann brauche ich eine gesetzliche Unfallversicherung und wann eine private?

Jährlich passieren in Deutschland ungefähr neun Millionen Unfälle. Die gesundheitliche Beeinträchtigung, die damit einhergeht, wird durch die gesetzliche Unfallversicherung oder die private Unfallversicherung abgesichert.

Gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein Bestandteil der staatlichen Sozialversicherung. Die gesetzliche Unfallversicherung ist im Sozialgesetzbuch (SGB II) geregelt und springt bei beruflichen Unfällen ein, sowie bei Berufskrankheiten und bei den Unfällen, die auf dem Weg von der Arbeit oder auf dem Schulweg passieren, also bei den den sog. Wegeunfällen. Um jedoch die gesetzliche Unfallversicherung beziehen zu können, muss ein Ursachenzusammenhang zwischen dem Unfallgeschehen und der versicherten Tätigkeit sowie zwischen dem Unfallgeschehen und dem Gesundheitsschaden bestehen und als solche auch nachgewiesen werden können.

Konkret bedeutet dies, dass von der gesetzlichen Unfallversicherung das Verletztengels oder die Verletztenrente, die Berufshilfe als berufsfördernde Maßnahme, eine Heilbehandlung sowie Leistungen zur sozialen Rehabilitation als Leistungen umfasst werden. Unter die gesetzliche Unfallversicherung fallen auch das Sterbegeld, das Pflegegeld, die Waisenrente und die Hinterbliebenenrente.

Die gesetzliche Unfallversicherung wird sowohl von den gewerblichen Berufsgenossenschaften als auch der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften und den Versicherungsträgern der öffentlichen Hand getragen.


Für wen ist die gesetzliche Unfallversicherung sinnvoll?

Um die 75.320.000 Menschen sind im Jahr vom gesetzlichen Unfallversicherungsschutz erfasst. Leider ist in den meisten Fällen nicht ganz klar, ob der Betroffene tatsächlich einen Anspruch auf die gesetzliche Unfallversicherung hat oder nicht.

Denn die gesetzliche Unfallversicherung tritt bei Unfällen in der Freizeit und im Haushalt erst gar nicht ein, sondern sichert ausschließlich das Arbeitsumfeld ab.
Neben den Unfällen auf der Arbeit, sowie der Berufskrankheit sollte man, im Falle eines Unfalls, während man für andere tätig war, auf jeden Fall nachfragen, ob man in diesem Fall einen Anspruch auf die gesetzliche Unfallversicherung hat.

Unfallversicherung – Quelle: GDV

Insgesamt ist die gesetzliche Unfallversicherung sinnvoll für folgende Personen:
– Für Arbeitnehmer
– Für Auszubildende, Schüler und Kinder im Kindergarten
– Für alle im Interesse der Allgemeinheit tätigen Personen, wie häusliche Pflegepersonen, Haushaltshilfen, Blut- und Organspender, Lebensretter, Schöffen und Zeugen
– Für Personen, die in der Landwirtschaft als abhängig Beschäftigte oder selbstständig, als mitarbeitende Familienangehörige arbeiten
– Für Arbeitslose, die auf Aufforderung der Arbeitsagentur die Agentur oder eine andere Stelle aufsuchen
– Für ehrenamtlich tätige Personen
– Für Personen, die sich in der Rehabilitation befinden.


Die private Unfallversicherung

Kommt es aufgrund eines Unfalls zu bleibender Invalidität, wird von der privaten Unfallversicherung, je nach Vereinbarung, ein einmaliger Festbetrag gezahlt oder/und eine Rente. Die Höhe der ausgezahlten Versicherungssumme hängt von dem jeweiligen Grad der Invalidität ab. Dabei erfolgen Einmalzahlungen meist bereits dann, wenn der Invaliditätsgrad gering ist. Die Rentenzahlung verlangt jedoch meist über einen hohen Invaliditätsgrad, und zwar in den meisten Fällen über 50 Prozent.

Von den meisten Versicherern werden verschiedene Ergänzungen angeboten, und zwar in Form des Krankenhaustagegeldes, des Todesfallschutzes und des Genesungsgeldes. Zu den zusätzlichen Angeboten zählen auch kosmetische Operationen oder Sofortleistungen bei schweren Verletzungen und Übergangsleistungen.


Für wen ist eine private Unfallversicherung geeignet?

Bei einem erhöhten Unfallrisiko ist eine private Unfallversicherung sinnvoll. Daher ist es wichtig, vor dem Abschließen dieser zu klären, ob aufgrund des individuellen Unfallrisikos überhaupt der Bedarf nach einer Unfallversicherung besteht. Denn die private Unfallversicherung deckt keine Kosten ab bei Unfällen, wie z.B. einem Beinbruch o.Ä. Die private Unfallversicherung deckt nämlich nur Unfälle mit bleibenden Gesundheitsschäden ab. Bei allen Schwerbehinderungen, die jährlich passieren, sind immerhin etwa 85 Prozent aller Schwerbehinderungen auf Krankheiten zurückzuführen, sodass eine Berufsunfähigkeitsversicherung manchmal die sinnvollere Variante darstellt. Diese Entscheidung hängt vom individuellen Sicherheitsbedürfnis und der individuellen Risikoabschätzung ab.

Dabei sollte die Versicherungssumme, abhängig vom Alter des Versicherten, das Vier- bis das Sechsfache des Jahreseinkommens betragen. Schließlich sind die Betroffenen nach einem so schweren Unfall in den meisten Fällen darauf hingewiesen, das Zuhause behindertengerecht umbauen zu müssen, können nicht weiter Vollzeit arbeiten und müssen mit sonstigen Behandlungskosten rechnen.

Max, Manni und Moneten „Unfallversicherung“ – Quelle: Youtube

Die private Unfallversicherung macht vor allem für folgende Menschen Sinn:

– Für alle Menschen, die nicht gesetzlich versichert sind, jedoch zu den Risikogruppen gehören (Motorradfahrer, Rennradfahrer, Mountainbiker uns sonstige Extremsportler)
– Für diejenigen, die eine Ergänzung zu der gesetzlichen Unfallversicherung haben wollen, um somit sowohl die privaten als auch die beruflichen Unfälle rund um die Uhr abdecken zu können.
– Für Arbeitnehmer, die aufgrund eines Risikoberufs oder wegen Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten.
– Für alle Gruppen, die nicht mit der Berufsunfähigkeitsversicherung rechnen können, wie zum Beispiel Kinder, Hausfrauen und Rentner.
– Für alle Menschen, die eine Ergänzung zu der bereits bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung wünschen, um somit bei Invalidität mit einer sicheren Auszahlung rechnen zu können. Denn hier zahlt die private Unfallversicherung selbst dann, wenn der Betroffene weiterhin seinen Beruf ausüben kann.


Wichtige Punkte vor der Abschließung einer Unfallversicherung

Bevor die Entscheidung für eine private Unfallversicherung endgültig gefallen wird, müssen einige Sachen geklärt werden. So sollte man sich die Versicherungsbedingungen unbedingt vorher genau ansehen. Besonders die Leistungen bei verschiedenen Invaliditätsgraden sollten bei den jeweiligen Anbietern miteinander verglichen werden.

Unterschiedliche Tarifarten

Private Unfallversicherung unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Tarifarten: lineare Tarife, Mehrleistungstarife und Progressionstarife. Die jeweilige Art spielt bei einem Invaliditätsgrad unter 25 Prozent keine Rolle. Die Unterschiede werden erst bei höherem Invaliditätsgrad ersichtlich. Für das existenzielle Risiko der hohen Invalidität kann nur mit einem Mehrleistungstarif oder durch einen Progressionstarif vorgesorgt werden.

Progression und die Invaliditätssumme

Bei der Kapitalleistung der Unfallversicherung wird zwischen der sog. Vollinvaliditätssumme und der Grundinvaliditätssumme unterschieden. Die Höhe der Vollinvaliditätssumme hängt von der sog. Progression ab. Diese bestimmt, wie viel Prozent der Versicherungssumme dem Versicherten bei dem jeweiligen Behinderungsgrad zusteht. Die Progression sorgt dafür, dass die Leistung, welche ausgezahlt wird, bei schweren Behinderungen besonders hoch ausfällt. Denn die Vollinvaliditätssumme wird wie folgt berechnet:

Grundinvaliditätssumme x Progressionssatz = Vollinvaliditätssumme

Bei einer Progression von 350 Prozent würde die Invaliditätssumme beispielsweise bei einer Invaliditätssumme von 100.000 Euro letztendlich 350.000 Euro betragen. Ein Prozentsatz von 225 oder 350 Prozent bei der Progression ist daher sinnvoll. Immerhin steigt bei schweren Unfällen auch der Kapitalbedarf.
Eine ausreichende Grundinvaliditätssumme ist bei der Abschließung der Unfallversicherung ebenfalls sehr wichtig. Eine hohe Grundinvaliditätssumme ist sogar wichtiger als eine hohe Progression. Daneben sollte darauf geachtet werden, dass die Versicherung bereits ab 1 Prozent Invalidität zahlt.

Kapitalbedarf

Der Kapitalbedarf sollte ebenfalls vor dem Abschließen der Versicherung unbedingt geklärt werden. Dazu sollten zwei grundlegende Fragen beantwortet werden. Die erste betrifft die Frage nach den eventuellen Umbauten, die nach einem schweren Unfall am Haus gegebenfalls ausgeführt werden müssen. Die zweite Frage, die es zu beantworten gilt, betrifft die anfallenden Kosten im Falle eines Gehaltsverlustes.

Gliedertaxe

Die sog. Gliedertaxe bestimmt die Höhe der Versicherungssumme, die der Betroffene dann erhält, wenn es zu einem Funktionsverlust bestimmter Körperteile kommt. Je besser diese ist, desto teurer ist auch der Tarif.

Gute Leistungskurve und sonstige Merkmale eines guten Tarifs

Eine gute Invaliditätskurve ist ebenfalls äußerst wichtig, denn zwei Tarife mit 350 Progression und derselben Gliedertaxe können völlig unterschiedliche Progressionskurven aufweisen. Daher sollte ein Tarif ausgewählt werden, bei dem die Leistungen schon bei niedrigen Invaliditätsgraden vervielfacht werden.


Wie teuer kann die private Unfallversicherung werden?

Die jeweiligen Preise für die private Unfallversicherung unterscheiden sich je nach Anbieter. So ist es durchaus möglich, dass bei ähnlichen Leistungen bei unterschiedlichen Versicherungen der preisliche Unterschied selbst bis zu 200 Euro beträgt.

Der Markt der Versicherungsanbieter ist mittlerweile unübersichtlich, sodass es unter Umständen passieren kann, dass man sich erst nach der Abschließung der Unfallversicherung darüber bewusst wird, dass man zu viel zahlt. Ob das der Fall ist, kann über den feelix Vertragscheck schnell und einfach überprüft werden.

Unfallversicherung Überblick – Quelle: GDV

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