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Unfallversicherung zahlt nicht – was tun?

Die Horrorvorstellung, einen Unfall zu erleiden und einen Schaden davonzutragen, realisiert sich zum Glück nur bei wenigen Personen. Diese sind dann jedoch froh, wenn sie eine Unfallversicherung abgeschlossen haben. Doch eine abgeschlossene Unfallversicherung zahlt nicht in jedem Fall. Es lohnt sich daher zu prüfen, welche Leistungen überhaupt abgedeckt werden.

Unfallversicherung zahlt nicht -Vorraussetzungen für Ansprüche

Die private Unfallversicherung zahlt nicht, wenn die Invalidität nicht durch einen Unfall verursacht worden ist. Es besteht also nur ein Anspruch auf Leistungen, wenn der Versicherte durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine nachhaltige Beeinträchtigung seiner Gesundheit davonträgt.

Krankheiten oder spezielle Berufsgefahren sind hingegen nicht mitversichert, weswegen Dachdecker aufgrund des höheren Risikos in der Regel höhere Beiträge leisten müssen als beispielsweise technische Zeichner. Auch Gefahren, die durch ein besonders rasant geführtes Privatleben (Skifahren, Tauchen, Paragliding) erwachsen, sind meist nur gegen zusätzliche Risikozuschläge im Versicherungsschutz enthalten.

Schadensregulierung Unfallversicherung – Quelle: GDV


Wann liegt ein Unfall vor?

In § 178 Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist eine gesetzliche Definition eines Unfalls angegeben, die als Grundlage für die aus der privaten Unfallversicherung entstehenden Ansprüche heranzuziehen ist. Dort heißt es, dass ein Unfall vorliegt, wenn der Körper der versicherten Person plötzlich und unfreiwillig durch ein von außen einwirkendes Ereignis nachhaltig geschädigt wird. Wichtig ist, dass die Unfreiwilligkeit bis zum Beweis des Gegenteils vermutet wird.


Vermutung der Unfreiwilligkeit

Die in § 178 Abs. 2 VVG beschriebene Unfreiwilligkeit als Voraussetzung für die Entstehung eines Unfalls wird solange vermutet, bis der Beweis des Gegenteils erbracht wurde. Die Erbringung dieses Beweises liegt in der Hand des Unfallversicherers, der etwa zeigen muss, dass die Gesundheitsschädigung als Folge von Gebrechlichkeit, Krankheit oder sogar Freiwilligkeit auftritt.


Weitere Grenzfälle

Als Eselsbrücke für Voraussetzungen, die als Anspruchsgrundlage für Versicherungsleistungen vorliegen müssen, können sich die Versicherten das Wort "PAUKE" merken. Dies steht für:

– P: Plötzlich
– A: von außen
– U: unfreiwillig
– K: auf den Körper
– E: Ereignis

Was zahlt die Unfallversicherung? – Quelle: GDV

Die Unfallversicherung zahlt nicht, wenn nicht alle Voraussetzungen erfüllt sind. Grenzfälle können durch Verletzungen entstehen, die nach einer plötzlichen Kraftanstrengung auftreten. Ein besonders beliebtes Beispiel sind Umzüge. Reißen als Folge des Tragens eines schweren Möbelstücks Muskeln, Bänder oder Sehnen, ist dies im Sinne der Definition aus § 178 Abs. 2 VVG zweifelsfrei als Unfall zu werten. Ein Bandscheibenvorfall ist hingegen nicht so einfach einzuordnen, da Bandscheibenvorfälle auch als Folge von Verschleißerscheinungen auftreten können. In diesem Fall ist die Voraussetzung „plötzlich“ nicht erfüllt und die Unfallversicherung zahlt nicht.

Ausnahmen bilden Unfälle, bei denen sich Personen aus ihrer Lage nicht befreien können, und als Folge Schäden erleiden. Ein Beispiel sind Bergsteiger, die in eine Gletscherspalte fallen und dabei Erfrierungen erleiden. Hier sollte jedoch zunächst geprüft werden, ob das Bergsteigen überhaupt vom Versicherungsschutz abgedeckt wird. Ein Sturz, der aufgrund von Kreislaufversagen passiert, ist hingegen meist nicht mitversichert, da als Ursache häufig eine innere organische Fehlfunktion gesehen wird.


Grenzen des Versicherungsschutzes

Zwar schützt einen die Unfallversicherung finanziell ab, im Falle eines Schadens besteht die Entschädigung jedoch in Geld. Die verloren gegangene Gesundheit ersetzt die Versicherung nicht. Die Unfallversicherung zahlt nicht, falls die Leistungspflicht durch die Versicherung im Unglücksfall vertraglich begrenzt ist. Hier ist je nach Einzelfall und vor Abschluss der Versicherungspolice zu prüfen, ob die Unfallversicherung einen Schaden abdeckt oder nicht. Denn tritt ein solcher Fall ein, und die Unfallversicherung zahlt nicht, droht der finanzielle Ruin. Versicherungsnehmer können beim Versicherungsgeber in der Regel eine Liste mit Sonderfällen einholen, in denen kein Versicherungsschutz vorgesehen ist. In solchen Punkten hat der Versicherungsnehmer kein Anspruch auf Leistung, umso wichtiger ist es, sich umfassend mit dem Versicherungsschutz zu beschäftigen.

Welche Leistungen übernimmt die private Unfallversicherung? – Quelle: Youtube


Gefährliche Sportarten

Besonders aufmerksam sollte man seine Versicherungspolice im Hinblick auf gefährliche Sportarten prüfen. Hier ist es von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft verschieden, ob einzelne gefährliche Sportarten durch den Versicherungsschutz abgedeckt werden oder nicht. Viele Versicherungsgesellschaften argumentieren, dass sich der Versicherungsnehmer der Gefährlichkeit durch die Ausübung der Sportart bewusst ist und eine Verletzung billigend in Kauf nimmt. Die Folge: Die Unfallversicherung zahlt nicht, wenn der Versicherungsnehmer bei der Ausübung dieser Sportart verletzt.

Die größten Kostenfaktoren

Wer sich auf die Suche nach einer Gebäude- und Hausratversicherung begibt, der wird feststellen, dass die Angebote höchst unterschiedlich ausfallen können. Dies resultiert vor allem aus der Tatsache, dass Versicherungsgesellschaften die Regionen in Deutschland in sogenannte Risikozonen einteilen. Typischerweisen werden sechs verschiedene Tarifzonen unterschieden, die dann letztendlich die Versicherungskosten bestimmen. Für Elementar- und Sturmschäden an sich irrelevant, aber aufgrund des Aufbaus der Versicherung letztendlich notwendig, spielen zunächst einmal die Kriminalstatistiken eine Rolle. Vandalismus und eine hohe Zahl von Einbrüchen in der Region sind dafür verantwortlich, dass der Ort in eine höhere Tarifzone fällt. Noch stärker wirkt sich allerdings das Thema Hochwasser aus. Anhand der Daten der amtlichen Wasserämter stufen die Versicherungen eine Region in eine von vier Risikozonen ein, die sich wie folgt aufteilen:

  • Zone 1: Kein Hochwasser in den letzten 200 Jahren
  • Zone 2: Hochwasser in den letzten 50 bis 200 Jahren
  • Zone 3: Hochwasser aller 10 bis 50 Jahre
  • Zone 4: Hochwasser mindestens aller 10 Jahre

Vor diesem Hintergrund ist es natürlich besonders für Orte, die zuletzt von einem Hochwasser getroffen wurden, schwierig. Versicherungen zu günstigen Konditionen finden sich nach einem Hochwasser praktisch kaum noch. Auf der anderen Seite ist die Zoneneinteilung auch ein gutes Mahnmal. Wer mit dem Versicherungsabschluss erst wartet, bis es zu spät ist, für den könnte die Sache am Ende richtig teuer werden.

Die passende Versicherung zu günstigen Konditionen

Anhand der unterschiedlichen Tarifzonen und der vielen Anbieter auf dem Markt kann die Suche nach einer passenden Versicherung für Elementar- und Sturmschäden schnell zu einer umfangreichen Aufgabe werden. Der Markt ist besonders für Unerfahrene mittlerweile kaum noch überschaubar. Dies gilt im Besonderen, wenn man nicht nur den optimalen Versicherungsschutz haben möchte, sondern gleichzeitig auch möglichst günstige Konditionen in Anspruch nehmen möchte. Die Angebote der verschiedenen Anbieter unterscheiden sich oft sehr deutlich voneinander und nicht immer ist auf Anhieb erkennbar, warum dies der Fall ist.

Wer die optimale Versicherung in Anspruch nehmen möchte, der sollte im Vorfeld genau recherchieren. Zum Glück muss man sich die Arbeit aber auch nicht schwieriger machen, als sie ist. Mit dem kostenfreien Tarifvergleich lassen sich viele Angebote einfach miteinander vergleichen und dies ohne viel Arbeit. Der richtige Vertrag findet sich im Anschluss gleich viel einfacher.


Unfallversicherung zahlt nicht bei vielen Sonderfällen

Die Unfallversicherung zahlt nicht, wenn der Versicherte als Folge epileptischer Anfälle, anderer Krampfanfälle sowie Geistes- oder Bewusstseinsstörungen einen Schaden erleidet, sofern diese nicht durch ein Unfallereignis ausgelöst wurden, das vom Versicherungsschutz abgedeckt wird. Bei Unfällen, die infolge von Alkohol- und Drogenmissbrauch oder Schlägereien entstehen, besteht ebenfalls kein Versicherungsschutz.

Auch ein Schlaganfall wird von der Unfallversicherung nicht abgedeckt, da der Unfall nicht von außen erlitten wird. Begeht der Versicherungsnehmer vorsätzlich eine Straftat und verletzt sich dabei, greift der Versicherungsschutz nicht. Auch bei Unfällen, die durch Kriegsereignisse ausgelöst wurden, besteht oftmals kein Versicherungsschutz, sofern der Versicherte nicht durch die Kriegshandlungen überrascht wurde. Die Unfallversicherung zahlt nicht, wenn er in ein Land reist, in dem Bürgerkrieg herrscht.

Gesundheitsschäden durch Heilmaßnahmen oder Eingriffe am Körper des Versicherten sind ebenfalls nicht vom Versicherungsschutz abgedeckt, sofern diese Maßnahmen nicht durch einen Unfall verursacht wurden, der von der Unfallversicherung wiederum abgedeckt wird. Infektionen sind ebenfalls als problematisch zu sehen. Gelangten die Krankheitserreger durch einen Insektenstich oder einen Biss in den Körper, besteht im Normalfall kein Versicherungsschutz. Dies ändert sich jedoch, wenn eine Infektion erst dann auftritt, weil es zuvor zu einem Unfall gekommen ist. Ausgenommen sind ebenfalls Tollwut und Wundstarrkrampf, für die ebenfalls Versicherungsschutz besteht.


Verjährungsfristen in der Unfallversicherung

Da es sich bei einer Unfallversicherung um einen Versicherungsvertrag handelt, verjähren die Ansprüche aus der privaten Unfallversicherung innerhalb von drei Jahren. Hat der Versicherungsnehmer einen Anspruch beim Versicherer gemeldet, ist die Verjährung zwischen dem Zeitpunkt der Anmeldung durch den Versicherten und der schriftlichen Antwort des Versicherers gehemmt.

Es lohnt sich, vor Abschluss einer privaten Unfallversicherung zu prüfen, wie umfassend der Versicherungsschutz besteht. Besonders wenn Versicherungsnehmer in ihrem Urlaub gerne gefährlichen Sportarten wie Fallschirmspringen, Bungee Jumping oder Tauchen nachgehen, sollten sie prüfen, ob diese durch die Unfallversicherung abgedeckt sind. Falls nicht, können bei vielen Versicherungsgesellschaften zusätzliche Risikoabschläge vereinbart werden, die einzelne Aktivitäten berücksichtigen.

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