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Ausfalldeckung – welche Bedeutung hat sie für die Haftpflichtversicherung?

Die Private Haftpflichtversicherung gehört zu den Policen, die in keinem Haushalt fehlen darf. Verbraucherinstitute empfehlen sie Singlen, Paaren mit und ohne Kindern sowie Alleinerziehenden gleichermaßen. Sie sollte in jedem Lebensjahr bestehen. Nach statistischen Erhebungen verfügen zwei von drei Deutschen über eine solche Versicherung. Das kann bei einem Schaden schnell zum Problem führen.

Denn ein Missgeschick ist schneller passiert, als man denkt. So bietet der Alltag ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential:

– Du verletzt bei einem Fußballturnier versehentlich einen Gegenspieler, der dadurch eine längere ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen muss.

– Du setzt dich ohne Absicht in der U-Bahn auf die Tasche eines Mitreisenden und beschädigst dadurch das darin befindliche Smartphone.
– Du bist mit deinem Hund im Wald unterwegs. Plötzlich geht dieser auf einen Spaziergänger los und beißt ihn.
Eine durchschnittliche Privathaftpflichtversicherung wird in solchen Fällen einspringen und dich vor finanziellem Schaden bewahren. Was geschieht aber, wenn Du einen Schaden erleidest? Im Idealfall leistet dir die Haftpflicht der anderen Person Ersatz. Wenn der andere aber zu den 30 Prozent der deutschen Bevölkerung gehört, die keine Haftpflichtpolice besitzen, drohst Du auf deinem Schaden sitzenzubleiben. Für diesen Fall haben die Versicherer einen Zusatzbaustein entwickelt: die Ausfalldeckung bei der Privathaftpflicht. Sie wendet die Bestimmungen deines Vertrages spiegelbildlich an. Der folgende Beitrag beantwortet die Frage: Was ist eine Ausfalldeckung?


GANZ WICHTIG IN HAFTPFLICHTVERTRÄGEN: DIE AUSFALLDECKUNG


Der Fachterminus für die Ausfalldeckung heißt Forderungsausfalldeckung. So findest Du ihn meist in Versicherungsverträgen. Demnach: Was ist eine Ausfalldeckung? Aus dem zusammengesetzten Substantiv kannst Du gut ersehen, um was es dabei handelt. Du erhebst eine Forderung gegenüber einem Dritten, weil er dir einen Schaden zugefügt hat. Damit die Ausfalldeckung greift, muss der Dritte nicht versichert oder insolvent sein. Deine eigene Police kommt für einen Schaden auf, der dir zugeführt wurde. Damit ist der eigentliche Sinn einer Haftpflichtversicherung umgekehrt, die dich, wie allgemein bekannt, vor Zahlungsforderungen Dritter absichern soll. Die Ausfalldeckung bietet folglich einer Erweiterung, die sich lohnt. Denn gut 30 Prozent aller Deutschen verfügen über keine eigene Haftpflichtversicherung.

In diesen Verträgen findet sich die Ausfalldeckung. Die Ausfalldeckung findest Du in Haftpflichtversicherungen aller Art. Die bekannteste Police aus diesem Bereich stellt die schon erwähnte Private Haftpflichtversicherung dar. Sie versichert Schäden aus dem persönlichen Alltag. Aber nicht jede Aktivität oder Tätigkeit ist abgedeckt. Für genaue Informationen ist oft das Kleingedruckte entscheidend. Auf dem Versicherungsmarkt haben sich weiterführende Policen etabliert. Sie richten sich an Tierhalter, Extremsportler und Berufstätige. Deren Bedingungen weisen teilweise auch eine Ausfalldeckung auf.


LOHNT SICH EIN SOLCHER ZUSATZ WIRKLICH


Die Forderungsausfalldeckung hat sich mittlerweile als Standard bei der Privaten Haftpflichtversicherung etabliert. Sie gibt Versicherten nicht nur ein gutes Gefühl, da sie den Schutzumfang erheblich erweitert.

Da der Zufall in der Regel den Kontakt zu Personen bestimmt, kannst Du dich mit einer solchen Erweiterung ohne Gefahrenpotential im privaten Bereich bewegen. Hinzu kommt noch der Vorteil, dass der zusätzliche Schutz ohne hohen finanziellen Mehraufwand zustande kommt.

Diese Kosten entstehen dir zusätzlich für eine Ausfalldeckung. Eine Privathaftpflichtversicherung für Singles kannst Du schon ab 40 Euro im Jahr erhalten; Familien zahlen gut 60 Euro. Dabei hängen die tatsächlichen Preise – genauso wie der Leistungsumfang – von der Gesellschaft ab.

Mit einem Selbstbehalt kann man den Jahrespreis reduzieren. Da die Ausfalldeckung entweder pauschal angeboten wird oder eben nicht, ist eine abgrenzende Kosteneinschätzung schwierig. Nach einer Schätzung kannst Du davon ausgehen, dass sie unter fünf Euro je Person und Jahr ausmacht. Beinhaltet deine Haftpflichtpolice keine Ausfalldeckung? Frage bei deiner Versicherungsgesellschaft nach, wie sich eine Erweiterung auf deine Jahresprämie auswirkt.


DIE GENAUEN KONDITIONEN BEACHTEN: DANN SPRINGT EINE AUSFALLDECKUNG EIN


Die Ausfalldeckung bei der Haftpflichtversicherung führt dazu, dass die Bedingungen spiegelbildlich angewendet werden. Du erhältst also die Leistungen, die Deine Police erbringt, wenn Du einen Dritten schädigst. Zusätzlich dazu weisen Versicherungen oft Erweiterungen und Einschränkungen auf. Tendenziell lässt sich nach Recherchen von Stiftung Warentest feststellen, dass erst eine bestimmte Schadenshöhe erreicht sein muss, bevor Du Geld erhältst.

Das soll beispielsweise heißen: Liegt dein persönlicher Schaden unter 2.000 Euro, gehst Du unter Umständen leer aus. Darüber hinaus stellt ein rechtskräftiges Urteil eine Zahlungsvoraussetzung dar. Die Zahlungsunfähigkeit des Schadensverursachers muss zudem nachgewiesen werden.

Ausfalldeckung – Quelle: Youtube

Weiterhin sind folgende Konditionen beachtenswert:

– Vorsatz. Gut ist eine Ausfalldeckung, wenn auch vorsätzliches Verhalten mitversichert ist.
– Tiere. Die privaten Haustiere sollten auch Bestandteil der Forderungsausfallversicherung sein.
– Kraftfahrzeuge. Nur in seltenen Fällen wird der Forderungsausfall auf Kraftfahrzeuge erweitert.
Grundsätzlich bestehen gerade bei den konkreten Bedingungen große Unterschiede. Das erschwert das Auffinden eines guten Vertrages. Rankinglisten und Expertentests bieten dir einen schnellen Überblick. Allem voran ist hier an Stiftung Warentest zu denken.


ZUSAMMENFASSUNG AUSFALLDECKUNG


Die Forderungsausfalldeckung bietet dir Schutz, wenn ein Dritter dich schädigt und aus eigener Kraft einen Schaden nicht beheben kann. Du solltest bei Abschluss einer Haftpflichtversicherung auf einen solchen Zusatzbaustein achten, zumal er mit keinen großen finanziellen Mehrbelastungen verbunden ist. Die Versicherungsbranche bietet die Ausfalldeckung heute meist standardmäßig an. Aber auch in der erweiterten Haftpflicht gibt es Ausnahmen: nicht selten wird erst ab einer Mindestschadensumme gezahlt und der Vorsatz wird ausgeschlossen.

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