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Einlagensicherungsfonds verlieren an Sicherheit

Der Einlagensicherungsfonds ist auch nach dem 1. März 2017 für die meisten Bausparer eine gute Sache. Dennoch ist es für Dich wichtig, die zu diesem Datum greifende Änderung zu kennen: Die Einlagen von zahlreichen Bausparkunden sind ab dann nur noch bis zu einer Höhe von 100.000 Euro gesichert. Geraten folgende Bausparkassen in die Insolvenz, besteht für alle darüber hinausgehenden Einlagen keine Absicherung mehr. Das gilt ab März dieses Jahres für insgesamt zehn Bausparkassen, es sind unter anderem:

°Aachener Bausparkasse AG
°Wüstenrot Bausparkasse AG
°Alte Leipziger Bauspar AG
°Signal Iduna Bauspar AG
°BHW Bausparkasse AG
°sowie fünf weitere regionale wie bundesweite Institute

EINLAGENSICHERUNGSFONDS: WIDERSPRUCH OHNE GARANTIE


Die Geldinstitute geben jedoch auch Entwarnung, der Verband der privaten Bausparkassen weist auf folgende Größenordnung hin: Die Einlagensicherung betreffe nur 0,2 Prozent aller Kunden. Bei einem Bestand von insgesamt neun Millionen Verträgen falle diese Institutssicherung für 19.000 Kunden weg. Die durchschnittliche Einlage betrage lediglich 40.000 Euro. Der Verzicht auf diese Sicherungsgrenze trifft allerdings institutionelle Anleger wie Versicherungen: Bei ihnen stehen deutlich höhere Summen als 100.000 Euro auf dem Spiel.

Du kannst als Bausparkunde gegen die Kündigung von diesem Sicherungssystem Widerspruch einlegen. Er geht innerhalb von zwei Monaten nach dem Erhalt des Änderungsbescheids über den Einlagensicherungsfonds an die jeweilige Bausparkasse. Damit gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen weiter. Ob sie auch im Falle einer Insolvenz der Geldinstitute noch relevant sind, weiß allerdings niemand genau, denn: Diese Einlagensicherung gilt ab dem 1. März 2017 nicht mehr.


KANN ICH DEN EINLAGENSICHERUNGSFONDS WEITERHIN NUTZEN?


Du kannst diese Absicherung weiter nutzen, wenn Du größere Einlagen auf mehrere Verträge verteilst – allerdings fallen dann mehrfach Abschlussgebühren an. Die feelix Experten helfen Dir gerne weiter und stehen Dir mit Rat und Tat zur Seite. Auch wenn wir Dir in diesem Artikel einige Tipps geben, musst Du wissen: Diese Artikel ersetzt keine individuelle Beratung für Deinen ganz persönlichen Fall beim Einlagensicherungsfonds!

Begründet wird der Wegfall dieser Institutssicherung übrigens vom Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB) und anderen Finanzinstituten durch die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Das habe den Kostendruck für die verschärften Anforderungen an den Bausparkassen-Einlagensicherungfonds e.V. (BESF) erheblich erhöht. Generell schützt das Sicherungssystem Festgeld-, Tagesgeld- und Girokonten, eingeschlossen sind auch Sparguthaben und Sparbriefe.

Die freiwilligen Sicherungssysteme des Bundesverbands der Geldinstitute bieten noch weitere Möglichkeiten der Einlagensicherung. Gerät jedoch das gesamte Bankensystem unter Druck, ist nicht gewährleistet, ob die Sicherungsgrenze für jeden einzelnen Anleger ausreicht.

Ein wichtiger Hinweis für Dich darauf, wie gut die Absicherung im Bereich des BdB funktioniert, ist die Kreditwürdigkeit des jeweiligen Landes: Je besser der Platz bei den internationalen Rankingagenturen, desto verlässlicher ist der Einlagensicherungsfonds.

Der Einlagensicherungsfonds kurz erklärt – Quelle: Youtube


VIELFALT MACHT UNÜBERSICHTLICH


Deutschland besitzt ein sehr verschachteltes Bankensystem, weshalb sich der Einlagensicherungsfonds innerhalb des jeweiligen Bundesverbands sehr unterschiedlich darstellt. Es ist wichtig das zu wissen, weil sich die Institutssicherung in jedem Fall anders präsentiert. Deswegen ist eine individuelle Beratung für Dein spezielles Sicherungssystem unverzichtbar: Es stellt sich innerhalb jedes Bundesverbands immer wieder anders dar. Deutschland kennt private Banken wie die ING-DiBa oder die Deutsche Bank.

Es geht weiter mit öffentlichen Geldinstituten wie der Deutschen Kreditbank (DKB) sowie den Investitionsbanken der Länder. Jedes Mal zeigt sich hier der Einlagensicherungsfonds mit anderen Voraussetzungen – nicht für alle gelten zum Beispiel die Regelungen innerhalb des BdB. Abschließender Baustein sind die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Zur letzteren Gruppe gehören zum Beispiel:

°Volks- und Raiffeisenbanken
°Sparda-Banken
°PSD-Banken


VERFLECHTUNGEN IM BLICK BEHALTEN


Verflechtungen beginnen mit den Niederlassungen ausländischer Anbieter von Tages- und Festgeldkonten, die in Deutschland gar keine Lizenz besitzen. Sie sind daher auch nicht Mitglied eines Bundesverbands wie dem BdB. Das trifft zum Beispiel auf Moneyou zu, den Online-Anbieter der niederländischen ABN Amro Bank.

Wer bei den zwei Instituten Konten unterhält, ist insgesamt bis zu einer Sicherungsgrenze von 100.000 Euro geschützt. Anders stellt sich der Einlagensicherungsfonds bei Filialgesellschaften mit eigener Lizenz dar. Die Postbank besitzt als Tochter der Deutschen Bank eine eigene Absicherung, die nicht vom Mutterhaus abhängig ist.

Für private Geldinstitute ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken zuständig (EdB). Dir sollte allerdings bewusst sein, dass innerhalb der Europäischen Union (EU) jedes Land selbst Verantwortung trägt.

Hast Du zum Beispiel ein Tages- oder Festgeldkonto bei der Consorsbank, bist Du nicht über Vereinbarungen eines deutschen Bundesverbands geschützt: Es handelt sich hier um eine Niederlassung der BNP Paribas, die zum französischen Einlagensicherungsfonds gehört. Neben Frankreich sind vor allem Geldinstitute aus Österreich und den Niederlanden mit ihren Angeboten auf dem deutschen Markt tätig.


SACHKENNTNIS DURCH INDIVIDUELLE BERATUNG


Neben der gesetzlichen Einlagensicherung besitzen viele private Geldinstitute noch ein zusätzliches Sicherungssystem mit dem Zusammenschluss des BdB. Das sorgt für Garantien oberhalb der gesetzlichen Sicherungsgrenze. Einen eigenständigen Einlagensicherungsfonds gibt es auch unter dem Dach des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB). Sparkassen und Genossenschaftsbanken pflegen das Prinzip der Institutssicherung nach dem Motto „Alle für einen“: Die Mitglieder stützen sich gegenseitig. Beim Blick auf diese Strukturen wird klar: Eine auf Dich zugeschnittene Beratung ist für Deine Situation unerlässlich. Dieser Artikel kann keine individuelle Beratung ersetzen. Vereinbare jetzt einen kostenfreien Beratungstermin mit einem Baufinanzierungsexperten von feelix!

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