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Welche Versicherungen braucht man wirklich?

von | Mai 21, 2016 | Expertenratgeber, Finanzwissen

Jeder Deutsche gibt pro Jahr mehr als 2.100 Euro für Versicherungen aus und hat im Schnitt sechs Policen. Dies gab der Bund der Versicherten (www.bundderversicherten.de) Anfang des Jahres bekannt. Insgesamt wurden 2015 mehr als 400 Millionen laufende Verträge bei deutschen Versicherern gezählt.

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (www.gdv.de) nahmen rund 550 Unternehmen 194 Milliarden Euro an Beiträgen ein – damit gehört die Branche zu den umsatzstärksten des Landes.

Bei diesen schwindelerregenden Zahlen drängt sich die Frage auf, ob wir nicht heillos überversichert sind. Haben wir überhaupt die richtigen Versicherungen? und Welche Versicherungen braucht man wirklich? Während der wichtige Schutz einer Berufsunfähigkeitsversicherung oft fehlt, scheint es beispielsweise Handyversicherungen im Überfluss zu geben. Welche Versicherungen unverzichtbar sind und welche man getrost vergessen kann, lesen Sie hier.

Die Lebenssituation ist entscheidend, um die Frage zu klären „Welche Versicherung braucht man?“

Ohne Versicherung geht es in Deutschland nicht – eine Krankenversicherung muss seit 2009 jeder haben. Und auch eine Kfz-Versicherung ist Pflicht, zumindest für Autobesitzer. Darüber hinaus gibt es keine Grenzen, denn laut GDV ist theoretisch fast alles versicherbar. Doch eine Versicherung muss für den Versicherten Sinn machen – Welche Versicherungen braucht man wirklich?.

So kann es beispielsweise für die Versicherung einzelner Körperteile wie des Pos oder der Zunge durchaus nachvollziehbare Gründe geben; in der Regel jedoch nur, wenn Sie Jennifer Lopez oder Gene Simmons heißen. Grundsätzlich sollte die aktuelle Lebenssituation maßgeblich beeinflussen, welche Versicherung Sie wählen. Schüler, Studenten oder Auszubildende sind beispielsweise meist über die Eltern mitversichert, wenn sie noch keine eigene Familie und den Erstwohnsitz weiterhin bei den Eltern haben.

Eine eigene Privathaftpflicht oder Hausratversicherung macht folglich keinen Sinn. Pensionäre können dagegen auf die Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten. Sie haben das Arbeitsleben hinter sich und müssen sich um die Versorgung von Hinterbliebenen in der Regel nicht mehr kümmern. Unabhängig von Einzelfällen wie diesen gibt es jedoch Versicherungen, auf die (fast) niemand verzichten sollte. Wir zeigen auf welche Versicherungen man wirklich braucht!

Privathaftpflicht – Ein Muss für jeden

Privathaftpflicht – Ein Muss für jeden
Fällt Ihnen in gemütlicher Runde beim Nachbarn ein Glas aus der Hand, kostet das nicht die Welt. Ist das Glas jedoch mit Rotwein gefüllt und landet auf einem handgeknüpften persischen Seidenteppich, werden Sie sich wünschen, eine Haftpflichtversicherung zu haben.

Die Haftpflicht springt für Schäden ein, die man bei Dritten verursacht – und dies gilt gleichermaßen für Sach- wie Personenschäden. Wenn sie jemanden aus Versehen schwer verletzen und keinen Haftpflichtschutz haben, haften Sie mit ihrem gesamten Vermögen und Einkommen.

Im schlimmsten Fall müssen Sie einer verletzten Person lebenslang Rente zahlen. Daher ist eine Privathaftpflicht ein Muss für Jeden. Ratsam ist eine Mindestdeckung von 5 bis 10 Millionen Euro pauschal für Sach- und Personenschäden. Dabei greift die Police im Normalfall auch für Ehe- und Lebenspartner sowie die Kinder.

Sicherheit auch am anderen Ende der Welt – Auslandskrankenversicherung

Ob der Ski-Unfall in den Alpen oder das Badeunglück in der Karibik – wenn im Urlaub etwas passiert, kann es schnell teuer werden. Denn die gesetzliche Krankenkasse kommt allenfalls für die typischen Behandlungskosten des Gastlandes auf.

Spezialbehandlungen oder ein teurer Rücktransport werden in aller Regel nicht übernommen und müssen durch eine zusätzliche Versicherung abgedeckt werden. Sie ist nicht teuer, aber übernimmt die Differenz zwischen Rechnungsbetrag des Arztes und Leistungen der gesetzlichen Kasse. Damit ist sie eine wichtige Versicherung, die in jedes Urlaubsgepäck gehört.

Wohngebäudeversicherung – Nur für Eigenheimbesitzer

Natürlich gibt es nicht nur eine Versicherung für das Inventar des Hauses oder der Wohnung, sondern auch für das Wohnobjekt selbst. Die Wohngebäudeversicherung macht für Mieter keinen Sinn, doch Eigenheimbesitzer sollten nicht auf sie verzichten.

Viele Banken bestehen bei einer Baufinanzierung sogar auf eine solche Police.

Versichert ist das Eigenheim dann gegen Brand, Sturm, Hagel, Blitz und Schäden durch Leitungswasser. In Abgrenzung zum Hausrat ist bei dieser Versicherung das Gebäude selbst sowie alle fest damit verbundenen Teile geschützt, z.B. die Einbauküche. Gerade weil eine eigene Immobilie häufig die wichtigste Investition einer Familie ist und auf Jahre finanzielle Verpflichtungen bedeutet, sollte an der Wohngebäudeversicherung nicht gespart werden.

Bei dauerhafter gesundheitlicher Einschränkung – Unfallversicherung

Der klassische Sturz von der Leiter kann schon genügen, um in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten – zumindest wenn Sie keine Unfallversicherung abgeschlossen haben. Diese greift bei dauerhaften geistigen oder körperlichen Einschränkungen wie dem Verlust von Körperteilen oder Sinnesorganen.

Wichtig ist: Im Schadensfall erhalten Sie keinen vorher festgeschriebenen Betrag, sondern je nach Schwere der Erkrankung einen gewissen Prozentsatz einer vorher festgelegten Invaliditätssumme. Das heißt, der Grad der Invalidität wird individuell bestimmt und ist ausschlaggebend für den ausgezahlten Betrag. 200.000 Euro sollten Sie mindestens als sog. „Invaliditätsgrundsumme“ mit dem Versicherer vereinbaren. Auch für Senioren kann eine Unfallversicherung sinnvoll sein, besonders wenn sie noch sportlich aktiv sind.

Monatliche Rente bei Berufsunfähigkeit

Die Unfallversicherung ist dafür gedacht, bei einer schweren Verletzung Umbaumaßnahmen in Wohnung oder Auto vorzunehmen. Um den dauerhaften Verlust des Arbeitsplatzes finanziell abzufedern, gibt es die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Sie tritt in Kraft, wenn Sie durch Krankheit oder Unfall Ihren Beruf über längere Zeit nicht mehr ausüben können. Im Bedarfsfall zahlt die Versicherung eine monatliche Rente, die Ihren Lebensstandard aufrechterhalten soll. Wichtig ist, die Police möglichst früh und bei guter Gesundheit abzuschließen.

Denn gesundheitliche Einschränkungen können die Annahme des Antrags durch den Versicherer erschweren oder sogar verhindern. Die Laufzeit des Vertrags sollte bis zum Ende des Erwerbslebens reichen. Auch wenn es gerade für jüngere Arbeitnehmer häufig unvorstellbar ist, mal in eine Situation zu kommen, die eine solche Versicherung notwendig macht: Jeder fünfte Deutsche wird in seinem Leben berufsunfähig – weshalb ein entsprechender Schutz dringend zu empfehlen ist.

Zum Schutz der Angehörigen – Risikolebensversicherung

Im Falle Ihres Todes können Sie mit einer Risikolebensversicherung Ihre Angehörigen wirtschaftlich absichern. Demnach ist eine solche Police besonders dann wichtig, wenn es eine Familie zu versorgen gilt.

Beim Abschluss der Versicherung wird sowohl die Laufzeit als auch die Summe festgelegt, die dann ausgezahlt wird, wenn der Versicherte innerhalb der Vertragslaufzeit verstirbt. Begünstigen können Sie theoretisch jeden: Familienmitglieder oder Ehepartner, Freunde oder Bekannte, aber auch Institutionen.

Hausrat – Schutz des eigenen Hab und Guts

Während die Haftpflicht für Schäden aufkommt, die Sie Dritten zufügen, übernimmt die Hausratversicherung Schäden am eigenen Inventar. Auch wenn Sie keinen Picasso an der Wand haben, sollten Sie auf diese Versicherung nicht verzichten.

Egal ob ein Brand- oder Wasserschaden, Sturm oder Hagel, Vandalismus oder Einbruch – mit der Hausratversicherung werden sie für beschädigte, zerstörte oder gestohlene Güter entschädigt und das zum Neuwert. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Versicherungssumme nicht niedriger ist als der Neuwert des Hausrates.

Was sind Ihre Erfahrungen? – Welche Versicherungen braucht man wirklich?

Welche Versicherungen sind für Sie unverzichtbar? Welche Versicherungen braucht man wirklich? Welche Policen können Sie besonders empfehlen und von welchen sollte man lieber die Finger lassen?

Bei welcher Versicherung haben Sie das beste Preis-Leistungsverhältnis bekommen? Denn Versicherung ist niemals gleich Versicherung, da es im Tarif-Dschungel vor verschiedenen Angeboten nur so wimmelt. Laut GDV gab es 2014 alleine 206 Anbieter für Schaden- und Unfall-Versicherungen unter Bundesaufsicht. Sind Sie sicher, dass Sie den besten Tarif haben? Sind Sie möglicherweise sogar überversichert und zahlen Sie zu viel? Vergleichen Sie hier!


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