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Wohnungsbrand – zahlt die Hausratversicherung?

Zu vielen Anlässen, wie zum Beispiel in der Adventszeit werden Kerzen in der Wohnung aufgestellt. Durch eine kleine Unachtsamkeit kann es schnell passieren, dass die Kerze auf den Teppich fällt und große Brandschäden verursacht. Aber wie sieht es in einem solchen Fall mit dem Versicherungsschutz aus? Sind alle Möbel und die restlichen Einrichtungsgegenstände durch eine Hausratversicherung versichert?

WELCHE BRANDSCHÄDEN WERDEN DURCH EINE HAUSRATVERSICHERUNG ABGEDECKT?


Sollte es zu einem Wohnungsbrand kommen, dann sind in der Regel alle beweglichen Güter durch eine Hausratversicherung abgedeckt. Das bedeutet, dass alles, was heraus fallen würde, wenn man das Haus auf den Kopf stellt, optimal versichert ist. Für alle anderen Dinge wird eine Gebäudeversicherung benötigt. Hierzu zählen lose Teppiche, Möbel, Computer, Sportgeräte oder Kleidung. Zusätzlich sind Schmuck und Bargeld bis zu einer gewissen Obergrenze abgedeckt. Die Höhe der Obergrenze wird beim Abschluss der Versicherung festgelegt. Aber was ist mit dem Wohneigentum?

Alle Hausbesitzer sollten zusätzlich zur Hausratversicherung eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Damit werden Brandschäden abgedeckt, die sich am Gebäude direkt befinden. Hierbei handelt es sich um alle fest installierten Güter, wie zum Beispiel Türen, Fenster oder Rohre. Wer in einer Mietwohnung wohnt, der sollte darauf achten, dass der Vermieter eine Wohngebäudeversicherung besitzt. Bei einem Brandfall wird der Wiederbeschaffungswert oder Neuwert ersetzt, so dass der versicherte Gegenstand in der gleichen Qualität und Art wiederbeschafft werden kann. Bargeld und Wertgegenstände werden mit einem Wert von bis zu 20% gegen einen Wohnungsbrand versichert. Wer besonders teure Wertgegenstände gegen einen Brandfall absichern möchte, der benötigt eine zusätzliche Versicherung.


WANN ZAHLT DIE HAUSRATVERSICHERUNG BEI EINEM WOHNUNGSBRAND


Im Versicherungswesen ist der Brandbegriff genau definiert. Hierbei ist ein Feuer gemeint, dass ohne erkennbaren Grund entstanden ist oder ihn verlassen hat. Es hat sich aus eigener Kraft ausgebreitet. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Flammen aus dem offenen Kamin herausschlagen und einen Teppich in der Nähe des Kamins in Brand setzt. Anders sieht es aus, wenn im Kamin mit glühendem Holz hantiert wird und dadurch ein Wohnungsbrand verursacht wird.

Bei diesem Wohnungsbrand würde die Versicherung für die Brandschäden nicht zum Tragen kommen, da es sich um einen vorsätzlichen Brandfall handelt. Bei einer groben Fahrlässigkeit dagegen gibt es eine anteilige Übernahme der Kosten. Kabelbrände sind durch eine Hausratversicherung komplett abgedeckt. Hierbei ist es Voraussetzung, dass der Defekt am Kabel vorab nicht bekannt und nicht sichtbar war.


ZAHLT DIE HAUSRATVERSICHERUNG AUCH, WENN DER WOHNUNGSBRAND DURCH EINE BRANDSTIFTUNG VERURSACHT WIRD?


Die Hausratversicherung zahlt auch dann die Brandschäden, wenn der Wohnungsbrand durch eine Brandstiftung verursacht wurde. Das ist natürlich aber nur dann der Fall, wenn nachzuweisen ist, dass der Versicherungsnehmer nicht der Verursacher der Brandstiftung war.

Wenn die Polizei im Brandfall einen Täter ermitteln kann, dem die Brandstiftungen nachgewiesen werden kann, dann erhebt die Versicherung in den meisten Fällen Regressansprüche gegen den Täter.

Der Kunde bekommt von dieser Vorgehensweise nichts mit, da diese Forderungen im Hintergrund laufen und mit dem Versicherungsnehmer nichts zu tun hat.

Brände zum Jahresende – Quelle: GDV


WANN ZAHLT DIE HAUSRATVERSICHERUNG IM BRANDFALL NICHT?


Wenn ein Wohnungsbrand durch eine grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde, wie zum Beispiel durch eine umgestoßene Kerze, dann übernehmen die meisten Versicherungen die Kosten. In vielen Verträgen ist die grobe Fahrlässigkeit bei einem Brandfall mit abgedeckt. Oftmals liest man in den Verträgen, dass es auf die Schwere des Verschuldens ankommt.

Der Versicherer kann bei Brandschäden je nach Schwere der eigenen Schuld entscheiden, ob die Brandschäden komplett oder teilweise erstattet werden. Bei alten Verträgen gibt es diese Klausel noch nicht. Früher wurden Brandschäden, die durch Eigenverschulden entstanden sind, nicht erstattet. Schließlich ist es Aufgabe des Wohnungsinhabers darauf zu achten, dass offene Feuerquellen nicht unbeaufsichtigt sind.

Schutz bei Wohnungsbränden – Quelle: Youtube


WAS IST BEI EINEM WOHNUNGSBRAND ZU TUN?


Jeder Versicherungsnehmer ist verpflichtet, die Brandschäden bestmöglich zu begrenzen. Die Feuerwehr muss direkt alarmiert werden und je nach Ausmaß des Brandes sollte versucht werden, das Feuer zu löschen. Hierbei sollte aber immer auf die eigene Sicherheit geachtet werden. Der Versicherung ist der Wohnungsbrand umgehend zu melden. Sie wird dem Versicherungsnehmer mitteilen, wie es weiter geht.

Damit die Brandschäden so schnell wie möglich ersetzt werden, darf am Schadensort nichts verändert werden, bevor mit der Versicherung gesprochen wurde. Sehr hilfreich können auch Fotos vom Wohnungsbrand sein. In einigen Fällen behält es sich die Versicherung vor, einen Gutachter zu beauftragen, sich die Brandschäden vor Ort anzusehen.

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